ELFER-SYMPOSIUM DES FASCHINGSVEREINS – Närrische Mixtur aus Show und Tanz

Wenn der Mareissaal in künstlichen Nebel gehüllt ist und die Besucher sich in bunte Kostüme zwängen, dann ist wieder Faschingszeit in der Stadt an der Mangfall und die Narren haben die Macht übernommen. Einer der Höhepunkte: das „Elfer-Symposium“ des Faschingsvereins Mangfalltal (FVM), das erneut begeisterte.

Kolbermoor – Der Saal herrlich dekoriert, die Kostüme fantasievoll und die Stimmung bestens, also ein optimales Refugium für einen gut vierstündigen Angriff auf die Lach- und Bauchmuskeln der anwesenden Maschkera.

Nach obligatorischer Begrüßung durch den Vorsitzenden Manuel Eckert ging es gleich in die Vollen. Geleitet von ihrer Garde und dem gesamten Hofstaat, zog das Prinzenpaar Pia I. und Emil I. unter Musik und Beifall in den Saal ein, bezauberte mit ihrem Walzer das Publikum und machte dann Platz für die nachdrängende Jugend, die mit Prinzessin Alina I. und Prinz Benedikt I. prächtige Regenten präsentierte, die sich ebenfalls gleich von ihrer tänzerischen Seite bestens darstellen konnten.

Ebenso die Garde, die mit dem Gardemarsch die erste Stufe der Stimmungsrakete zündete. Turbulent, farbenprächtig und mit viel Applaus begleitet war der Auftritt der Jugendshowtanzgruppe, die dann die Bühne freigab für „The Voice of Austria“ in Person von Michaela Wechselberger, einem Urgestein des Faschingsvereins. Sie plauderte in bestem Tiroler Dialekt über ihre gespaltene Beziehung zu Personenwaage und Spiegel, prangerte die Bedeutung eines BMI („Body-Mass-Index“) an, der inzwischen wichtiger scheint als der IQ und teilte ihren Verzicht auf jegliche Diäten mit, „dann lieber keine Waage und keinen Spiegel im Haus – nie mehr“.

Twistig kam die Showtanzgruppe des FVM daher, die nach ihrem viel umjubelten Auftritt Platz machten für das Prinzenpaar, beim Showtanz Anmut und tänzerisches Geschick offenbarend.

Die „Babygirls“ Michelle und Maria tanzten reizend und talentiert für das Publikum, „weil es sich halt so angeboten hat“ und nach einer Pause starteten die Kolbermoorer Narren die zweite Stufe der Stimmungsrakete.

Gast-Gildenbegeisterten

Aus der Kastenau schneite die Garde in den Saal herein, mit im Gepäck ihre „Alten Herren“, frei karnevalistisch übersetzt mit „attraktiven Hasen“. Zusammen mit ihrem Prinzenpaar Verena III. und Markus II. legten die Kastenauer einen aufsehenerregenden Auftritt hin mit bester Performance. In tolle Kostüme gehüllt, rockten sie die Bühne mit einer närrischen Mixtur aus Tanz, Show und Akrobatik und brachten den Saal zum Vibrieren.

Mit Constanze Lindner, die erst kürzlich mit dem Bayerischen Kabarettpreis ausgezeichnet worden war, hatte der FVM den ganz großen Wurf gelandet. Ein „Best off“ der außergewöhnlichen Kabarettistin prasselte auf die begeisterten Zuschauer nieder, da blieb fast keine Zeit mehr zum Luftholen. Sie eroberte den Saal mit einer unvergleichlichen Ausstrahlung, Spielfreude und großer Spontaneität, bei der kein Auge trocken blieb.

Ob als Reisende nach Berlin, wohin sie als „verkappter Wolperdinger“ reiste oder als armes Mädchen einer Mutter, „die gekifft und gesoffen hat“. Alle diese Traumata ihrer Kindheit verarbeitete sie mit dem ihr eigenen Hang zur Harmonie und auch bei noch so schrägen Typen, wie beispielsweise ihrem „Papa“, den sie nie kennengelernt hat, findet sie irgendwie doch noch ein bisschen Charakter. Sie präsentierte sich wandlungsfähig und mit einer gehörigen Portion Situationskomik und nahm ihre Fans mit ins Boot bei ihrer kabarettistischen Show.

Sie tauchte geradezu ein ins Publikum, „die Comedy-Kanone“, wie sie sich selbst ganz bescheiden bezeichnete, hatte aber dann doch eine „Schwiegermutterintoleranz“ und ihr graute vor ihrem Lebensende, dem wahrscheinlich eine „totale Demenz“ vorhergeht. Mit der Zauberei besserte sie die schmale Gage des Abends ein wenig auf und frisch verliebt war sie auch „in den Herrn Bauer“, der eines seiner Augen scheinbar auch auf sie geworfen hatte. Doch mitnichten, von unerfüllter und doch wohl nur einseitiger Zuneigung geplagt, plärrte sie das Liebeslied „Taifun der Liebe“ in den Saal hinein, in der Hoffnung, dass sie der Herr Bauer (er)hört.

Ob mit Wollmütze und Pferdegebiss oder als mystische Erscheinung, stets traf sie die Lachnerven ihres begeisterten Publikums.

Ein bestens gelungener Schnitt in der Choreografie des Abends spülte die Showtanzgruppe Inntal auf die Bühne, die, in Rauch und Nebel gehüllt, mit einem sehenswerten Auftritt die Zuschauer in eine Art karnevalistische Trance versetzten, aus der sie erst wieder mit Trommeln und Trompeten beim Ausmarsch der Raublinger Faschingsdelegation herausgerissen wurden.

Zu einem weiteren Höhepunkt des Abends entwickelte sich die Einlage des Elfer- Rates, der sich als Berufe rater betätigte und mit einer unwahrscheinlichen Körperbeherrschungsaktion aller acht Protagonisten auf der Mareisbühne das Publikum zum Staunen brachte und zu Beifallsstürmen hinriss.

Nur alle zwei Jahre tritt die Faschingsgilde Vogtareuth beim Fasching in Aktion. Und dass sie dann auch nach Kolbermoor kommt, zeugt von ihrer Wertschätzung des Faschings in der Mangfallstadt. Tänzerische Grüße kamen von ihrem Prinzenpaar Martina I. und Maximilian I. und beim „TV-live“ verwandelte sich die Bühne in eine überdimensionale „Glotze“, mit lebenden Darstellern wie etwa den „Wildecker Herzbuben“ Helene Fischer oder den Wikingern, die viel „Holz“ machten.

Finale mit dem Elfer-Rat

Mit der Faschingsgilde „Narrhalla Oberschleißheim“ entbot auch eine Abordnung aus dem Umfeld der Landeshauptstadt dem Elfer-Symposium ihren karnevalistischen Gruß. Prinzessin Daniela I. und Prinz Nikolas I. überzeugten beim Prinzenwalzer durch ihre Eleganz, tänzerische Anmut und auch närrische Leidenschaft, genauso wie der Auftritt der Prinzengarde, die eine tänzerisch-artistische Show auf höchstem Niveau bot und danach mit Hofstaat und viel Beifall aus dem Saal geleitet wurde.

Das Recht des letzten Auftritts an diesem närrischen Abend gehört dem Elfer-Rat, der dazu so bekannte Gäste wie die „Drei Tenöre“, oder auch Heino in die Stadt an der Mangfall gelockt hatte. „Monika Gruber“ zeigte sich kurz auf der Bühne und „Andreas Gabalier“ war natürlich der angesagte Star, der das Publikum mit einem kurzen Gesangsauftritt beglückte. Hungrig geworden verspeisten all diese Sterne des Showgeschäfts abschließend eine „Leberkassemmel“, die Lust auf mehr machte – „Viva Kolbermoor“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

3 × eins =